Ins neue Eigenheim gezogen - was nun ?
Wer ein Auto kauft, bekommt eine umfangreiche Gebrauchsanweisung mit
auf den Weg. Und der neue Autobesitzer tut gut daran, sie vor Fahrtantritt
gelesen und verstanden zu haben. Bekommt ein Bauherr eigentlich auch eine
solche Lebenshilfe nach der Hausübergabe? Nicht nur das Funktionieren
der Rolläden, das Schließen von Fenstern und Türen oder
die Pflege der Bodenbeläge fallen ins Gewicht.
Die Eigenheimerwerber heutiger Zeit haben die Eigen-
schaften ihres Hauses hinsichtlich des Wärmeschutzes und des Energieverbrauches
besonders eingehend geprüft, bevor Sie sich zum Kauf, Bauen oder
Umbauen entschlossen haben. Und so können sich Eigentümer eines
gut gedämmten Hauses bestimmt glücklich schätzen. Die Energiespargesetze
und Wärmeschutzverordnungen haben dazu geführt, dass die gute
Dämmung der Außenbauteile weiter gesteigert wird. Auch die
Hersteller der Fenster und Türen taten ihr Bestes, um die Dämmung
und Dichte weiter zu erhöhen.
Problem Feuchte und Schimmel
Nicht immer werden die Bewohner dieser super-gedämm-
ten Häuser mit den Problemen fertig, die durch verbesserte Dämmaßnahmen
auftreten. Die uns umgebene Luft ist nicht trocken, sondern enthält
eine bestimmte Menge an Wasserdampf. Die in einem Raum anzutreffende Luftfeuchte
ergibt sich aus dem Gleichgewicht von Feuchtezufuhr
und Abfuhr.
Die Feuchtezufuhr erfolgt über Menschen und Tiere, die die Feuchte
über die Haut und die ausgeatmete Luft abgeben. In einem Schlafzimmer,
das während der Nacht mit zwei Personen belegt ist, werden ca. 800
Gramm Wasser der Raumluft zugeführt. Ferner wird Feuchte durch fließendes
oder stehendes Wasser in Küche, Bad und WC zugeführt. Vor allem
aber beim Kochen werden erhebliche Wassermengen in die Raumluft abgegeben.
Dazu kommen noch Pflanzen in der Wohnung, die über ihre Oberfläche
Wasser verdunsten lassen.
Nur über das Lüften der Räume
wird Feuchte wieder abgeführt. Die Bedeutung der Feuchteabfuhr kann
unter den gerade geschilderten Verhältnissen nicht hoch genug bewertet
werden. Wer dieses Problem zu gering ein-
schätzt, muss sich der Folgen bewusst sein:
Feuchte Flecken in den Raumecken, zum Teil
mit Schimmelbildung an den Wänden.
Wie beugt man diesen Schäden vor?
Der häufigste Fehler besteht in der indirekten Beheizung unbenutzter
Räume durch Wärme und feuchter Luft, die aus den bewohnten und
beheizten Räumen kommt. Nehmen wir wieder das Schlafzimmer.
Bleibt hier das Heizkörperventil während des ganzen Tages geschlossen,
weil zum Schlafen Lufttemperaturen unter 20 °C bevorzugt werden, dann
kühlt dieser Raum über die Außenwand und das Fenster aus.
Um aber ein zu starkes Abkühlen zu vermeiden, lässt man in der
Regel die Schlafzimmertür während des ganzen Tages geöffnet.
Dadurch dringt ständig warme Luft in das kalte Schlafzimmer und kühlt
dort ab.
An den Oberflächen mit den tiefsten Temperaturen fällt das
Tauwasser aus. Besonders stark ist die Tauwasserbildung,
wenn warme Luft aus dem in der Nähe des Schlafzimmers gelegenen Badezimmers
kommt, zum Beispiel, wenn gerade geduscht wird. So kommt es hier mit der
Zeit zu Feuchteflecken und Schimmelpilz-
bildungen.
Diese Schäden sind keinesfalls auf einen zu geringen Wärmeschutz
der Außenwände zurückzuführen, da auch eine Wand
mit noch so gutem Wärmeschutz auskühlt, falls von innen keine
Wärme zugeführt wird.
Der Ratschlag:
Wenn die Lufttemperatur in wenig genutzten Räumen (Schlafräumen)
abgesenkt wird, um Energie zu sparen oder um besser schlafen zu können,
dann sollten die Türen zu diesen Räumen geschlossen
bleiben. Führen Sie die Wärme über das Heizen zu, um eine
zu starke Auskühlung zu vermeiden. Die Heizkörper dürfen
nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdeckt werden. Achten Sie
besonders bei Wandschränken an Außenwandecken darauf.
Richtig gelüftet und kostensparend gewohnt:
Lüften Sie nicht durch längere Zeit gekippte Fenster! Besser
ist die Stoßlüftung, bei der die
Fenster ca. fünf bis zehn Minuten, je nach Bedarf, ganz geöffnet
werden. Drehen Sie während des Lüftens die Heizkörper zu.
In der Regel gilt: Kleine Räume mit wenigen oder kleinen Fenstern
sind gefährdeter als große Räume.
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